Erfahrungsberichte im FSJ

 

 

Ein ganzes Jahr im Dienste des Sports

Mehr als 100 junge Menschen beginnen jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Freiwilligendienst im Sport in Schleswig-Holstein

SCHEERSBERG Es ist ein lautes Durcheinander, es wird gepfiffen und geklatscht. „Lalalala“-Gesang tönt aus der einen Richtung, „Hier“-Rufe aus der anderen. „Noch ein bisschen weiter links, jetzt zwei Schritte geradeaus. Der Ball liegt vor deinemrechten Fuß“, ruft Jonas (19) seinem Partner Noah (18) zu.Weil dieser einschwarzes Band vor den Augen trägt, sieht er nichts. „Jetzt schießen“, schreit Jonas. Noah holt aus. Knapp daneben, der Ball kullert nur Zentimeter amrechten Pfosten vorbei. ...

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OLYMPIA 2024 Schwerpunktthema im Freiwilligendienste-Abschlussseminar

Auch in diesem Jahr fand das Freiwilligendienste-Abschlussseminar der Sportjugend im LSV im Sport- und Bildungszentrum in Malente statt. Vom 8. bis 12. Juni kamen 90 Freiwillige im Sport zusammen, um auf das zurückliegende Freiwillige Soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst zurückzuschauen und die eigenen Jahresprojekte zu präsentieren. Gemeinsam mit zehn Teamer/innen der Sportjugend Schleswig-Holstein wurde das Jahr so erfolgreich abgeschlossen. ...

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Abschlussreise Trappenkamp der Freiwilligen im Sport 2014/15 vom 15.-19.06.2015

Unsere Abschlussreise steht vor der Tür!

Foto: hsj - Idyllischer Ausblick: So schön kann Abschied sein

Ein aufregendes und schönes FSJ geht dem Ende entgegen. Im Zeitraum vom 15.-19.06.2015 ging es zum letzten Mal auf gemeinsame Seminarreise mit den Seminargruppen 1 und 2 nach Trappenkamp, im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein.

Am Montagmorgen um 09:30 Uhr hieß es Abschied nehmen von Hamburg. Vom Haus des Sports traten wir unsere letzte gemeinsame Busreise an. Nach 1 1/2 Stunden Busfahrt kamen wir auf dem Gelände an. Zunächst gab es eine kleine Stärkung, die jedoch sofort wieder in Energie umgewandelt wurde. Das erste sportliche Spiel „Quidditch“ aus der Harry Potter Buchreihe wurde zunächst erklärt und danach gespielt. Es war eine gelungene Abwechslung zu herkömmlichen Spielen, da jede/r Mitspieler/in eine zugedachte Rolle bekam und jede Rolle einerseits wichtig für das Spiel, andererseits auch bewegungsintensiv war.

Jedes Team hatte vier Jäger, gleichzusetzen mit Stürmer beim Fußball. Außerdem gab es vier Treiber, gleichzusetzen mit Verteidigern beim Fußball. Des Weiteren gab es je einen Hüter im Tor und einen Sucher. Der Sucher musste sich während des Spiels auf den Schnatz (ein besonderer Ball, der viele Extrapunkte gibt) konzentrieren. Der Schnatz wurde während des Spielverlaufes im Spielfeld platziert oder eingeworfen und der schnellere bzw. flinkere Sucher holte die Punkte für sein Team. Bevor es nach dem Spiel zum Abendessen ging, wurden kleine Gruppen festgelegt, die verschiedene Bereiche mitgestalten sollten. Es entstanden folgende Projektgruppen: Abschlussgrillen, Spiele aus aller Welt, Bericht über die Seminarwoche schreiben, Sportvielfaltworkshops, Fotos schießen.  Zum Abschluss des Tages gab es abends noch freizeitorientierte Angebote wie beispielsweise Werwolf, ein Mystery Kartenspiel, oder Durak, ein strategisches Kartenspiel. Auch hatte man Gelegenheit die neuen Teamer/innen besser kennen zu lernen.

Fotos: hsj - Spielerisch und durch das Miteinander Interkulturalität entdecken

Der Dienstag startete nach einem ausgiebigen Frühstück mit Workshop Angeboten der Teamer/innen. Das Oberthema Interkulturalität stand dabei im Fokus. Passend dazu gab es drei Angebote: Interkulturelles Training, Interkultureller Sport und Anti-Bias. Das interkulturelle Training bestand darin, sich Gedanken zu machen, ob es in unserem Leben interkulturellen Einfluss gibt und inwieweit Kommunikation eine Rolle im alltäglichem Leben spielt.

Hier wurden diese Schwerpunkte durch Partnerübungen und einem Theorieanteil verdeutlicht.

 

Beim interkulturellen Sport ging es um die zentrale Frage, wie es sich anfühlt in eine neue Gruppe zu kommen und sich dort integrieren zu müssen. Als Beispiel wurde eine Mannschaft im Sport gewählt. In der ersten Übung wurde jede/r Teilnehmer/in einzeln in einen Raum gerufen, eine Zahl wurde uns genannt, die wir jedoch nicht laut aussprechen durften. Nach Betreten des Raumes bestand ein allgemeines Redeverbot. Danach wurde uns eine abgetapte Taucherbrille aufgesetzt und wir mussten uns mit nonverbaler Kommunikation verständigen und eine logische Zahlenreihenfolge bilden. Dies stellte sich als schwierig heraus, da jeder eine unterschiedliche Kommunikationsweise entwickelte und dadurch Probleme entstanden. Durch diese Beispielübung wurde uns auf eindrucksvolle Weise das Gefühl eines von der Gruppe isolierten Menschen vermittelt. So konnte man sich besser in die Lage eines neuen Mitgliedes eines Teams hineinversetzen.

Beim Workshop Anti-Bias sollten wir den Wert und die Zugehörigkeit einer Gruppe bei uns selbst austesten, aber auch wertschätzen. Durch einen Gruppenbaum, in welchem man eintragen sollte zu welchen Gruppen man sich zählt, wurde dies veranschaulicht. In einer anderen Übung wurde an einem Fallbeispiel gezeigt, welchen Stellenwert menschliche Werte und Normen für einen selber haben. 

Foto: hsj - Das Sportgelände in Trappenkamp

Nach einem schmackhaften Mittagessen ging es in die Sportpraxis. Mit den „Spielen aus aller Welt“ gab es einen Mix von Spielformen aus verschiedenen Ländern. Vom „Griechischen Wurfball“ bis zur „Chinesischen Mauer“ war alles vertreten - durch die Vielfalt und die Bewegung eine willkommene Abwechslung zum Vormittag. Außerdem wurden herkömmliche Spiele wie Abbacken durch kreativen Input neu entdeckt. So musste man in der griechischen Variante des Abbackens vorher durch die Beine eines eigenen Mitspielers einen Gegner abwerfen. Am Abend ging es zur Party der Superstars, mit dem Unterschied dass wir die nächsten Superstars werden sollten. Dabei sollten wir selber kreativ werden und eigene Texte schreiben, entweder konnte man die Texte anschließend rappen oder singen, das ganze selbstverständlich im Ton- und Videostudio. Für jeden Text, jedes Video und jeden aufgenommen Track gab es Punkte bzw. Schallplatten.  Nach der Auswertung schloss sich ein entspannter Abendabschluss an.

Am Mittwochvormittag stand die Reflexion des gesamten FWD auf dem Wochenplan. Die vier Stationen „Wasserwaage“, „Lichtermeer“, „Future- Chill Out“ und „Los Krachos“ sollten verdeutlichen, wie sich unser FWD in positiver und negativer Art und Weise auf uns ausgewirkt hat.  Am Nachmittag gab es eine Auswahl an Sportangeboten, welche aus  Gerätebrennball, Ultimate Frisbee, Räuber & Gendarm und Kickball bestanden.

Foto: hsj - Eine Pizzeria in Trappenkam4p: Der Hinterhof als Schlafplatz

Am Mittwochabend wurde uns das erwartete Highlight präsentiert, das Spiel LOST. In diesem Survival Game ging es darum als Gruppe eine Nacht irgendwo unterzukommen, ausgestattet mit einem Schlafsack, einer Isomatte, Mülltüten und dem Personalausweis bzw. dem Freiwilligendienstausweis. Dabei haben die Gruppen unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Je nach Gruppengröße haben die Gruppen das Beste aus ihrer Situation gemacht. Letzten Endes hat jede Gruppe einen Übernachtungsplatz gefunden und sich den dort herrschenden Gegebenheiten angepasst. Erst um 07:00 Uhr morgens am darauffolgenden Donnerstag durften sich die Gruppen in der Landesturnschule wieder einfinden.

Passend dazu fand am Donnerstagmorgen eine Reflexionsrunde statt, in welcher zunächst die Gruppen ihre Erlebnisse geschildert haben und im Anschluss in  gemischte Gruppen mit den Teamer/innen den Sinn und Zweck des Spieles LOST analysiert haben. Die Ergebnisse waren größtenteils eindeutig: Durch dieses Spiel wurde verdeutlicht, welche Grundbedürfnisse selbstverständlich für uns erscheinen, allerdings unter den Bedingungen des Spieles erschwert bzw. nicht erreicht werden konnten.  Außerdem zeigte dieses Spiel, inwiefern die Offenheit und das Vertrauen der Menschen wichtig für den Ablauf des Spieles sind. Auch der Grad der Bemühung spielte eine wesentliche Rolle: je bessere Verhältnisse man angestrebt hat, desto besser konnte das Ergebnis ausfallen. Am Nachmittag fanden wieder vielfältige Sportangebote statt. Von „Capture the Flag“ bis hin zu „Hütchen Werfen“ über „Flagrugby“ war alles dabei. Somit wurde wieder ein abwechslungsreicher Ausgleich geschaffen. Im Anschluss wurde passend zum letzten Abend vor der Abfahrt gegrillt und sich unterhalten. Das Abendprogramm wurde abgerundet durch verschiedene altbekannte Spiele in Ralleyform – es galt die Stationen Stadt-Land-Fluss, Basketball, Pantomime und Mattenrutschen zu bewältigen. Somit endete der letzte Tag mit einem gelungenen Abschlussabend.

Am Freitag hieß es Abschied nehmen von Trappenkamp und auch von der Seminargruppe. Nach dem Aufräumen und dem letzten gemeinsamen Frühstück, gab es noch eine Reflexion zum kompletten Seminar, der Einrichtung der Landesturnschule in Trappenkamp, den Teamer/innen und dem Programm des Abschlussseminares. Dann  ging es für alle per Busreise nach Hause nach Hamburg.

Alles in allem war es ein  aufregender, emotionaler und rund um schöner FWD mit vielen verschiedenen Menschen und tollen Momenten.

Ein cooles Jahr geht hiermit dem Ende entgegen. An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an alle FWDler/innen und an alle Teamer/innen:)

Autoren: Jeffrey Schnoor, Jacqueline Holle, Alexandra Quenstedt


FSJ – Freiwilliges Soziales Jahr und/oder „Freizeit – Sport – Job“ ?

Ein Bericht von Sebastian Sarnow – FSJler beim 1.FC Lokomotive Leipzig, 2011

Am 1. September diesen Jahres startete wieder das Freiwillige Soziale Jahr im Sport für junge Menschen in Sachsen. Nach langen und sehr erholsamen Ferien für die meisten der 47 Freiwilligen begann eine einjährige Zeitspanne die laut Sportjugend Sachsen, welche seit 2005 das FSJ im Sport in Sachsen organisiert, als Bildungs- und Orientierungsjahr genutzt werden soll. Viele der Jugendlichen entscheiden sich direkt nach Beendigung des Realschulabschlusses oder des Abiturs zu solch einem sozialen Dienst.

Seit der Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes am 1. Juli 2011 gibt es eine große Lücke an jungen Männern, die ihren zivilen Dienst in Deutschland nicht mehr tätigen. Aus diesem Grund versucht die Bundesregierung mit dem neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD) deutschlandweit etwa 35.000 Personen für eine gemeinnützige zu Arbeit gewinnen. Die gleiche Zahl Freiwilliger soll aus bereits bestehenden Initiativen wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) gewonnen werden.

Im Rahmen des sächsischen FSJ im Sport haben in diesem Jahr 47 Mädchen und Jungen die Möglichkeit ergriffen sich im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit im Sport zu engagieren und erste Eindrücke und Berufserfahrung zu sammeln. Für die in ganz Sachsen verteilten FSJ-Einsatzstellen bietet das FSJ die Möglichkeit Nachwuchs für die Vereinsstrukturen zu gewinnen und neue Projekte umzusetzen.

Auch ich war mir unsicher wie es nach meinem erfolgreich absolvierten Abitur in meinem Leben beruflich weitergeht. Ich entschloss mich für einen Freiwilligendienst, da ich von meinen Freunden fast ausschließlich nur positive Ansichten zu solch einem Jahr erhielt und mich für eine Studienrichtung noch nicht entscheiden konnte. Nun informierte ich mich in Zeitungen, bei Veranstaltungen und im Internet zu diesem Thema und fand heraus, dass es die oben genannten Arten im Bereich der Freiwilligendienste gibt. Trotz meines großen Interessenfeldes und meiner breitgefächerten Hobbys habe ich mich für ein FSJ im Sport entschieden, vor allem aufgrund meiner Leidenschaft zum Sport allgemein, speziell zum Fußball und dem Wunsch mit Kindern und Jugendlichen zusammen arbeiten zu wollen.  

Das FSJ im Sport gibt mir bei meiner Einsatzstelle, dem 1. FC Lokomotive Leipzig, und auch den anderen FSJlern in ganz Sachsen die Möglichkeit, das Freiwillige Soziale Jahr auch im sportlichen Bereich durchzuführen. Es bietet jedem die Möglichkeit, in Mitgliedsorganisationen des Landessportbundes wie zum Beispiel Sportvereinen (auch im eigenen Heimatverein), Fachverbänden, sowie Stadt- und Kreissportbünden einen Freiwilligendienst zu leisten. Jetzt leiste ich nicht nur einen sozialen Dienst im Sinne eines Zivildienstes und unterstütze damit die Gesellschaft, sondern ich kann Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern, mit ihnen Spaß am Sport haben und sie trainieren. Außerdem bekomme ich einen Einblick in das Vereinsleben und die dortigen Aufgaben.

Doch das FSJ im Sport hat noch viel mehr zu bieten. Jedes Jahr werden 4 Seminarwochen im Sportpark Rabenberg durchgeführt, welche unter der Leitung von Christian Schricker und seinen Kollegen steht und zur theoretischen und praktischen Weiterbildung der gesamten Freiwilligen im Sport aus Sachsen dient. Besonders positiv daran ist, dass die Unterkunft, Verpflegung sowie die Kosten für den Unterricht und die Materialen im Rahmen des FSJ von der Sportjugend getragen werden.

Der Sportpark Rabenberg bietet durch sein großes Territorium, durch seine vielen und ordentlichen Unterkunftsmöglichkeiten, durch die vielen großen Hallen und Spielfelder sowie den vielseitigen sportlichen Gerätschaften für uns FSJler den idealen Platz für die theoretische und praktische Weiterbildung im Breitensport.

Neben dem Deutschen Sportabzeichen, einem 1. Hilfe-Kurs, der Jugendleiterausbildung und der Übungsleiter C- Breitensport Ausbildung bekommen wir wertvolle Informationen rund um den Sport.

Außerdem haben wir nach unseren Lerneinheiten auch Freizeit und können mit viel Freude die vielen Angebote und Möglichkeiten des Sportparks nutzen.

Ist das FSJ im Sport nur ein ganz normales freiwilliges soziales Jahr und /oder  „Freizeit – Sport – Job“?

Da es mir in diesem Jahr persönlich darum geht mich zwar sozial für die Gesellschaft einzusetzen und auch meine persönlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken und zu festigen, nichtsdestotrotz aber diese Wünsche mit meinen sportlichen Hobbys und meiner großen Leidenschaft zum Sport allgemein und zum Fußball im speziellen zu verbinden, sehe ich das FSJ im Sport als ideale Verknüpfung/Verbindung.   

Die 4 Seminarwochen im Sportpark Rabenberg und die Vereinsarbeit und Trainingszeit in unseren Einsatzstellen sind die perfekte Kombination aus sozialem Engagement, sportlicher Betätigung und praktischer und theoretischer Weiterbildung. Aus diesem Grund ist für mich das FSJ schon jetzt nicht nur ein Freiwilliges Soziales Jahr sondern viel mehr, was ich am besten wie folgt ausdrücken kann: Freizeit, Sport und Job zugleich.

Ich bin gespannt, ob ich am Ende meines FSJ auch den von Roman Weidenfeller nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Fußball in der Saison 2010/2011 genutzten Satz (wurde von der deutschen Akademie für Fußballkultur zum Spruch des Jahres gewählt): "We have a grandios Saison gespielt" sagen kann?


Freiwilligendienst im kühlen Nass

Anna Steinmetz absolviert ihr FSJ beim Schwimmclub Haßberge. Neben Schwimmunterricht und -training verantwortet sie weitere Freizeitaktivitäten – vom Basteln bis zum Ponyreiten. "Bei den Kindern kommt sie an", lobt ihr Chef.

Anna Steinmetz aus Haßfurt verrichtet ihren Freiwilligendienst zumeist im oder zumindest am Wasser. Die 20-Jährige arbeitet seit Oktober des vergangenen Jahres, nach erfolgreich bestandenem Abitur, beim Schwimmclub (SC) Haßberge. "Ich wollte zum einen nicht gleich weiterlernen", begründet sie die einjährige Auszeit. Andererseits gab der Leistungskurs Sport, wo sie neben Volleyball viel mit Schwimmen zu tun hatte, den Ausschlag, erstmals für einen Sportverein in sinnvoller Art und Weise tätig zu sein.
Nachdem sie auf Grund ihres Engagements bei der Wasserwacht der Kreisstadt schon über reichlich Erfahrung im Umgang mit Kindern im kühlen Nass verfügt ("das hat mit immer viel Spaß gemacht"), bringt Anna nun zwei Mal wöchentlich zusammen mit Co-Trainerin Karina Unger Kindern im Schulschwimmbad "Die Welle" das richtige Kraulen oder Brustschwimmen bei: In einer Breitensportgruppe, zwei Sportarbeitsgemeinschafts-Gruppen und zusammen mit Ulrike Heusinger die Nachwuchsgruppe des SC. Mit Bademeister Alfred Junker ist sie noch in der Schwimmschule Zeil aktiv. Darüber hinaus kümmert(e) sie sich um allerlei Freizeitaktivitäten. In den Wintermonaten war vor allem Basteln angesagt, ebenso wie Spielen oder Töpfern. Jetzt, da es wieder wärmer ist, steht noch ein Zeltlager sowie Ponyreiten auf dem Programm. Und dennoch ist noch Zeit vorhanden für andere Arbeiten. Zwei Mal in der Woche - insgesamt neun Stunden - arbeitet die junge Frau im Haßfurter Bibliotheks- und Informationszentrum (BIZ). 38,5 Stunden sind für das FSJ vorgeschrieben, für den SC ist sie aber nur 29,5 Stunden tätig.
Trotz des mehr als ausgefüllten Tagesablaufes bieten sich Anna Steinmetz auch während der zwölf Monate genügend Chancen, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln, anderen Menschen zu begegnen, Gemeinschaft zu erfahren, die Gesellschaft mitzugestalten, soziale Berufsfelder kennen zu lernen sowie ihre persönliche Eignung für einen sozialen Beruf zu prüfen. Dass die 20-jährige überhaupt zum Schwimmclub kam, ist mit ein Verdienst von Martin Schulze-Röbbecke. "Anna, willst du nicht bei uns das FSJ machen?", fragte der SC-Vorsitzende, als er von den Plänen erfuhr. Zuvor hatte Anna Steinmetz ohne Erfolg Bewerbungen an potenzielle FSJ-Stellen nach Augsburg, Regensburg und München geschickt.

Reich wird Anna Steinmetz vom FSJ freilich nicht. 300 Euro monatlich sind nicht mehr als ein Taschengeld beziehungsweise eine vergleichsweise gute Aufwandsentschädigung. Immerhin ist sie während ihres Jahres beitragsfrei versichert in der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Außerdem besteht für die Eltern Anspruch auf Kindergeld. "Ich wohne ja noch zu Hause. Da kann ich mir trotzdem noch etwas ansparen", sagt sie. "Wenn ich dagegen nach Augsburg oder woanders hin gegangen wäre, hätte ich noch Wohnung und Essen zahlen müssen. Da hätte ich draufschlagen müssen."


Bereut hat sie ihre Entscheidung noch nicht, im Gegenteil. "Ich würde es wieder machen", lautet ihr positives (Zwischen-)fazit. Es mache "unheimlich Spaß, mit den Kindern zu arbeiten". Man sehe auch die Erfolge. "Es ist einfach gut, so etwas einmal zu machen", rät sie deshalb anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einem FSJ, wenn sie etwa nach dem Abitur nicht wissen, was sie machen sollen. Sehr angetan ist auch Schulze-Röbbecke, die Hilfe der FSJlerin habe sich bewährt. "Die Anna ist sehr tüchtig, kann mit Kinder umgehen. Manchmal", schmunzelt der Vorsitzende, "hat sie eine Art Feldwebelton an sich. Aber bei den Kindern kommt sie an. Und das ist ja da wichtigste". Dadurch, dass Anna Steinmetz mehr als nur ihre "Pflicht" erfüllt, sei sie im Grunde genommen immer die doppelte Besetzung. Wenn ihr Freiwilliges Soziales Jahr Mitte August zu Ende geht, ist der nach zuvor 13 Schuljahren am Ende gegen Null tendierende Leistungsakku wieder aufgeladen. Mit neuem Elan möchte die Haßfurterin dann Grundschullehramt mit Hauptfach Kunst oder Sonderschullehramt studieren. Ihre Zeit beim Schwimmclub sowie im BIZ und vor allem die gemachten positiven Erfahrungen wird sie indes nicht so schnell vergessen. Und der Schwimmclub Haßberge bietet nach den bisherigen äußerst positiven Erfahrungen auch für das Folgejahr eine FSJ-Stelle an.


Portrait - Catarina Wilhelm

Catarina Wilhelm macht ihr Hobby zum Beruf: Handballtraining, die Leitung von Leichtathletik-Gruppen, Turnen und die Arbeit im Kindergarten bestimmen den Alltag der 19-Jährigen, die bei einem Mehrspartenverein in Saarbrücken ihren Jugendfreiwilligendienst absolviert.

Wie macht man den Sport vom Hobby zum Beruf? Ganz einfach: So, wie Catarina Wilhelm. Die 19-Jährige aus Hasborn absolviert seit Anfang September ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport. War Handball bislang noch ihr liebstes Hobby, wird das Spiel mit dem runden Ball auch zu ihren Tätigkeiten zählen.
Eingesetzt ist Catarina bei einem Mehrsparten-Verein, dem Turnerbund St. Johann, kurz TBS, Saarbrücken. Bei Heimspielen in der Handball-Regionalliga wird Catarina Wilhelm vor Ort sein. Das ist meistens am Wochenende. Unter der Woche arbeitet die 19-Jährige Abiturientin des Cusanus-Gymnasiums St. Wendel mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Wie passend: Ihre Leistungskurse waren Englisch, Bio und natürlich Sport. Die Mischung zwischen Sport im Unterricht und dem Handball spielen hilft ihr in ihrer neuen Tätigkeit weiter. Catarina leitet zwei Leichtathletik-Gruppen im Alter zwischen 4 und 13 Jahren. Außerdem arbeitet sie in der Abteilung Turnen und wird ab Oktober auch in Kindergärten zum Einsatz kommen. In Kindergärten soll sie den Sprösslingen den Sport näher bringen.
"Es macht bislang sehr viel Spaß", freut sich die 19-jährige, "die Kinder setzen das um, was ich ihnen sage. Dann sieht man auch, wie Kinder an ihre Grenzen gehen." Die Übungen nimmt sie nach eigener Aussage aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz, wie beim Aufwärmen und Dehnen. Für die Turnstunden hat sich Catarina Wilhelm von ihrer ehemaligen Sport-LK-Lehrerin Informationen besorgt. In der Leichtathletik konnte die FSJlerin bislang nur das Aufwärmprogramm selbst gestalten, weil sich die Athleten in der Wettkampfvorbereitung befinden.
"Ich freue mich schon auf den Kindergarten", sagt Catarina, "denn dann ist kein Übungsleiter dabei und ich kann so trainieren, wie ich mir das vorstelle." Nicht dass die Übungsleiter schlecht seien. Es geht ihr vielmehr darum, Erfahrungen für das weitere Leben zu sammeln. Schließlich möchte sie dem Sport auch beruflich treu bleiben. Ursprünglich wollte Catarina Wilhelm zur Polizei, was als Brillenträgerin aber nicht möglich ist. "Ich bin blind", sagt sie und lacht, "ohne Kontaktlinsen..." Dann wollte sie Ernährungswissenschaft in Gießen (Hessen) studieren. Das klappte nicht. So kam sie auf Sport und Englisch in Saarbücken auf Lehramt. Aber das sprach ihr nicht zu. "In der SZ habe ich gelesen, dass man sein FSJ im Sport machen kann", erklärt Catarina Wilhelm. Dann ging alles ganz schnell: ein Anruf, eine Bewerbung, ein Gespräch, eine Zusage. Seitdem ist sie beim TBS Saarbrücken. In der Nähe des Schaumbergs gab es nichts. Deshalb zog es die Hasbornerin in die Landeshauptstadt.
"Ich erwarte, dass ich den Umgang mit Kindern lerne. Und wie man als Übungsleiter arbeitet, wenn man bislang nur Spieler war", sagt Catarina. Wie schwierig es ist, wollten wir wissen. "Es geht. Die kleinen Kinder sind sehr umgänglich und hören auf einen." Sie setzt ihr breites Grinsen auf und sagt: "Es gibt aber auch ein paar von meiner Sorte." Nach dem FSJ im Sport hofft sie auf einen Studienplatz, der sie anspricht. Am liebsten "etwas mit Sport und Ernährung" und am liebsten "in der Umgebung. Trier ist die Grenze." Nur ungern würde sie die Heimat verlassen. Zumal die 19-Jährige beim TV Dirmingen seit drei Jahren Handball spielt.

 


Mein schönster Moment im FSJ...

... gesammelt von Freiwilligen aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein.

  • Es gab viele schöne Momente ... Einer davon: Ich bekam ein Küsschen auf die Wange, weil einem Kind meiner Kindergartengruppe die Sportstunde so gefiel. (Florian Eckelt, SV Turbine Neubrandenburg e.V.)
  • Meine Trainingsstunden mit den Kindern meiner Leichtathletik- und Basketballgruppe. (Birte Steffens, Turnerbund Hamburg Eilbeck)
  • Als ich gemerkt habe, dass vieles im Verein ohne mich nicht mehr läuft. (Timm Voßgerau, Walddörfer Sportverein von 1924 e.V.)
  • Da gab es viele! Vor allem, wenn man die Begeisterung der Kinder für den Sport weckt und die Bestätigung der Eltern bekommt. (Lars Sonnabend, Wassersportverein "Einheit" Neustrelitz e.V.)
  • Wenn Kinder Vertrauen zu dir gefunden haben und dich anlachen! (Alexandra Großhaus, SC Poppenbüttel in Hamburg)
  • Als alleiniger verantwortlicher Leiter des Ostseetrainingslagers in Lubmin/MV seine Athleten morgens um acht am Strand an der Seebrücke trainieren zu sehen. Im Hintergrund nur die Ostsee und die Sonne, die gerade erst aufgegangen ist. (Christoph Thürkow, 1. LAV Rostock)
  • Wenn man in strahlende Kinderaugen guckt. (Bennet Hinz, TSC Wellingsbüttel)