Abschlussseminar des Jahrgangs 2019/20

Drive Trough Pulli Abholung, Foto: Sportjugend Schleswig-Holstein

06.07.2020

Vom 8. bis 12. Juni fand wie in jedem Jahr das Abschlussseminar der Freiwilligendienste statt. Allerdings nicht wie gewohnt im Sport- und Bildungszentrum Malente, sondern online im LSV-SportCampus Nord.

Die Entscheidung das Seminar digital stattfinden zu lassen und nicht wie gehabt mit 130 Freiwilligen nach Malente zu fahren, war keine leichte Entscheidung, aber fiel dennoch relativ früh, um die Planungssicherheit zu gewährleisten. Die Freiwilligendienstleistenden ohne einen Abschluss aus dem Jahr zu entlassen, war aber auch keine Option und so war schnell die Idee geboren, das ganze Seminar online stattfinden zu lassen. Mit der, vom LSVBildungswerk neu eingerichteten Plattform Edubreak (Sportcampus Nord) war auch der technische Rahmen bereits vorhanden und ein virtuelles SBZ Malente inklusive Seminarräumen, einem „Headquarter“ für den ganzen Jahrgang sowie einem Profil für jeden Freiwilligen schnell angelegt. Damit war es aber noch nicht getan, der nächste Schritt war den Online-Campus mit Leben zu füllen und dabei die Balance zwischen Theorie und Praxis, Aufgaben in Selbstarbeit, kreativen Ideen und wichtigen Inhalten zu halten und gleichzeitig nicht zu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen.

Mit Hilfe des FWD Teamerinnen-Teams entstand ein vielseitiges Programm mit Sporteinheiten, Reflexion des Jahres, Präsentation der Projektarbeiten sowie vielen Aufgaben auf der Lernplattform Edubreak.

Als das Seminar am Montag mit allen Freiwilligen im „FWDHeadquarter“ startete, war die Erleichterung groß, dass die Technik weitergehend funktionierte. Die Freiwilligen wurden nach ein paar allgemeinen Informationen von den Teamern Christoph und Kia durch ein virtuelles Quiz mit Hilfe der Plattform Kahoot geführt. Nach 60 Fragen zu allgemeinen Themen, viel Witz, Bilderraten und einer grandiosen Moderation stand der Sieger fest und der erste Seminartag wurde mit zwei sportlichen Workshops aus Boxen und Brainfit beendet. Dabei wurde bereits klar, dass die Kombination aus live Inhalten so wie asynchron aufgezeichneten Workshops die richtige Mischung darstellt.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Jahresprojekte der Freiwilligendienstleistenden. Auch wenn viele Projekte in der Corona-Zeit nicht gut oder nur teilweise umgesetzt werden konnten, waren wieder viele tolle Projekte dabei. Diese wurden via Screensharing in Kleingruppen präsentiert und zeigten die Vielfalt und Kreativität wieder einmal deutlich. Nach der langen Einheit folgte etwas Sportliches und einige kamen nicht nur aus Platzgründen im Wohnzimmer an ihre Grenzen, sondern wurden von Saskia und Bente in Yoga bzw. Tanzen technisch gefordert. Eine Herausforderung war auch die Technik, bei der Anzahl an gleichzeitigen Zugriffen auf die Lernplattform. So drohte der Spieleabend der SprecherInnen fast „ins WLAN zu fallen“, aber dank dem Einsatz der Freiwilligen wurde kurzerhand ein anderer Server genutzt und so konnte online Stadt, Land, Fluss, Montagsmaler sowie Werwolf gespielt werden.

Der Mittwoch kam schneller als gedacht und am Vormittag hatten die Freiwilligen Zeit, die Reflexionseinheit für Freitag zu Hause vorzubereiten. Die Aufgabe dafür war online hinterlegt. Nach der Mittagspause ging es mit sieben Workshops zu verschiedenen Themen wie Rechtsextremismus im Sport, Sporternährung, Kinder stark machen, Stay in Contact, Internationale Jugendarbeit im Sport parallel weiter. Wer danach dachte, ihm bzw. ihr raucht der Kopf, der hatte nicht mit dem anschließenden Tabata Workout von Christoph gerechnet. Nach 45 Minuten schweißtreibendem Workout wurde deutlich, wie wichtig der Abstand ist und beim anschließenden Entspannungsworkshop mit Jule konnten es sich alle zu Hause gemütlich machen. Am Abend übernahmen wieder die SprecherInnen und ließen den Tag mit online Spielen ausklingen.

Parallel zum Abschlussseminar fand am Mittwoch zusätzlich die Tagung der FWD-AnleiterInnen statt. Normalerweise hätte sie die Straße rüber im Uwe-Seeler-Fußballpark stattgefunden, aber zum Thema „Social Media als festes Aufgabenfeld für Freiwillige entwickeln“ passte der virtuelle Seminarraum sehr gut und 16 AnleiterInnen ließen sich von Lea Schulz vermitteln, wie sie die sozialen Medien noch besser in der Einsatzstellen mit Hilfe der Freiwilligen bespielen können.

Am Donnerstagmorgen ging es mit den Workshops weiter und diesmal war unter anderem systemische Beratung für Sportvereine und -verbände, Zeitmanagement, Doping im Sport, Visualisierung von Flipcharts, sowie Inklusion im Sport mit dabei. Am Nachmittag startete die zweite Runde der Präsentation der Jahresprojekte. Diesmal waren die Vorstandsmitglieder und KollegInnen der Sportjugend sowie die AnleiterInnen aus ganz Schleswig-Holstein dazu geschaltet. Insgesamt 165 Personen schauten sich in einem Online-Seminar sieben ausgewählte Projekte des Jahres an. Am Abend zauberten die Freiwilligen mit Live-Koch Kia ihr Abendessen, selbstgemachte Gnocchis, was zu vielen klebrigen Fingern und verdreckten Tastaturen führte, aber am Ende allen gut schmeckte.

Die Reflexionseinheit sowie der gemeinsame Abschluss am Freitag waren anders als sonst und es blieb ein komisches Gefühl, die Freiwilligen so zu entlassen. So blieben nicht alle Augen trocken und die konzentrierte Stille beim gemeinsamen online Abschlussfoto war nicht weniger emotional.

Als Erinnerung an dieses Jahr fanden alle Freiwilligen noch das Jahrbuch im Briefkasten, die Jahrgangspullover konnten im „Drive-through“ Verfahren am Haus des Sports abgeholt werden und auch wir werden dieses Seminar so schnell nicht vergessen. Was noch vor ein paar Monaten undenkbar gewesen wäre, hat gut funktioniert und trotzdem freuen wir uns, wenn wir den kommenden Jahrgang wieder persönlich in Malente begrüßen dürfen.

Lena Suhren

aus www.sportjugend-sh.de • Nr. 170 • Juni/Juli 2020

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