Erfahrungsbericht von Henri Jung über seinen BFD in der Segelabteilung beim TSV Schilksee

Hi, ich bin Henri, 19 Jahre alt und habe das letzte Jahr als BFD'ler im Sport beim TSV Schilksee gearbeitet. Genauer gesagt in der Segelabteilung des Vereins.


Foto: Henri Jung

Eigentlich komme ich aus Erfurt in Thüringen, wo ich das Segeln vor fast zehn Jahren auf einem kleinen Baggersee gelernt habe. Nach dem Abitur wollte ich mal raus von zu Haus und mehr Wasserfläche war das Ziel! So bin ich auf dieser Homepage mit der Karte aller Einsatzstellen gelandet und habe mich beim TSV beworben. Schilksee war mir als Segler natürlich ein Begriff und so bin ich kurze Zeit später im Norden gelandet.

Jetzt zum eigentlichen Thema, wie war denn mein Jahr als BFDler so? Insgesamt: Verdammt lehrreich und spaßig! Angefangen habe ich wie die meisten FWD'ler im September, was für Segler eigentlich eine ungünstige Zeit ist, da sich die Saison dem Ende zuneigt und man effektiv nur noch sechs oder acht Wochen trainieren kann. In dieser Zeit habe ich mich mit der Trainingsgruppe, die aus zehn aufgeregten Grundschulkindern bestand, vertraut gemacht und meinen neuen Arbeitsplatz (den Hafen) kennengelernt. Als ich alle anderen Vereinsmitglieder der Segelabteilung kennengelernt hatte, wurde es eine tolle Zeit in der ich noch meinen „Welpenschutz“ genießen konnte und gelernt habe, wie man sich so auf dem Wasser verhält, wenn man nicht die einzige Trainingsgruppe ist und noch 200 andere Boote im Hafen liegen.


Foto: Henri Jung

Und dann? Winter is coming! Für Saisonsportler ist die Offseason natürlich immer ein wenig wie eine Durststrecke. Für mich ging aber die eigentliche Arbeit jetzt erst los: Werkstatt aufräumen, Boote ausbessern, die Kinder in der Halle bei Laune halten und Büroarbeit für den Hauptverein erledigen. Bis Mitte März hatte das alles wenig mit Segeln zu tun, aber mit den ersten wärmeren Tagen des Jahres kam wieder mehr Leben in den Hafen und für mich ging es aufs Wasser zu einer C-Trainer Ausbildung. Eine wirklich gute Entscheidung, denn dort habe ich in einer Woche viel dazugelernt, wie zum Beispiel den richtigen Umgang mit Kindern im Sport. All das konnte ich gleich nach Ostern zum „Startschuss“ der Saison anwenden, denn es ging für ein Trainingswochenende nach Borgwedel. Für alle Anfänger gab es einen Grundlagenkurs im Segeln. Es war genial zu sehen wie viel die Kinder an einem Wochenende lernen können.

Im Anschluss fand der vorläufige Saisonhöhepunkt, der „Goldenen Opti“, auf der Kieler Förde statt. Eine große Ranglistenregatta mit über 300 Starten aus neun Ländern. Im Vorfeld war ich bei der Organisation mit eingebunden und habe einen Einblick bekommen, was es für ein Aufwand ist, so einen großen Wettkampf auf die Beine zu stellen. An den Renntagen selber war ich auf dem Wasser und habe die Koordination der Startgruppen übernommen, damit jeder zur richtigen Zeit startet und der Ablauf reibungslos funktioniert.


Foto: Sportjugend Schleswig-Holstein

Auf der Zielgeraden meines FWD-Jahres kann ich nur positive Schlüsse ziehen. Klar gibt es Höhen und Tiefen, aber insgesamt war es ein tolles Jahr. Ich habe neben vielen fachlichen Dingen auch menschlich einiges dazugelernt. Ich glaube, dass durch die vielen Möglichkeiten, die man in der Einsatzstelle hat, ein Freiwilligendienst eine echt gute Alternative zum direkten Studium nach dem Abitur ist. Mein Hauptziel, herauszufinden was ich mit meinem Leben denn anfangen möchte, hat sich auch geklärt: Ich werde Segellehrer an der Hanseatischen Yachtschule. Solltest du dir noch unsicher sein, ob der Freiwilligendienst für dich in Frage kommt, dann kann ich dir nur sagen mach es! Es war ein cooles und lehrreiches Jahr, mit tollen Leuten. Diese Chance sollte jeder nutzen, denn ein Jahr hat jeder Zeit in seinem Leben!

Sportjugend Schleswig-Holstein



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