Abschlussreise Trappenkamp der Freiwilligen im Sport 2014/15 vom 15.-19.06.2015


Idyllischer Ausblick: So schön kann Abschied sein. Foto: Hamburger Sportjugend

Unsere Abschlussreise steht vor der Tür!

Ein aufregendes und schönes FSJ geht dem Ende entgegen. Im Zeitraum vom 15.-19.06.2015 ging es zum letzten Mal auf gemeinsame Seminarreise mit den Seminargruppen 1 und 2 nach Trappenkamp, im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein.

Am Montagmorgen um 09:30 Uhr hieß es Abschied nehmen von Hamburg. Vom Haus des Sports traten wir unsere letzte gemeinsame Busreise an. Nach 1 1/2 Stunden Busfahrt kamen wir auf dem Gelände an. Zunächst gab es eine kleine Stärkung, die jedoch sofort wieder in Energie umgewandelt wurde. Das erste sportliche Spiel „Quidditch“ aus der Harry Potter Buchreihe wurde zunächst erklärt und danach gespielt. Es war eine gelungene Abwechslung zu herkömmlichen Spielen, da jede/r Mitspieler/in eine zugedachte Rolle bekam und jede Rolle einerseits wichtig für das Spiel, andererseits auch bewegungsintensiv war.

Jedes Team hatte vier Jäger, gleichzusetzen mit Stürmer beim Fußball. Außerdem gab es vier Treiber, gleichzusetzen mit Verteidigern beim Fußball. Des Weiteren gab es je einen Hüter im Tor und einen Sucher. Der Sucher musste sich während des Spiels auf den Schnatz (ein besonderer Ball, der viele Extrapunkte gibt) konzentrieren. Der Schnatz wurde während des Spielverlaufes im Spielfeld platziert oder eingeworfen und der schnellere bzw. flinkere Sucher holte die Punkte für sein Team. Bevor es nach dem Spiel zum Abendessen ging, wurden kleine Gruppen festgelegt, die verschiedene Bereiche mitgestalten sollten. Es entstanden folgende Projektgruppen: Abschlussgrillen, Spiele aus aller Welt, Bericht über die Seminarwoche schreiben, Sportvielfaltworkshops, Fotos schießen.  Zum Abschluss des Tages gab es abends noch freizeitorientierte Angebote wie beispielsweise Werwolf, ein Mystery Kartenspiel, oder Durak, ein strategisches Kartenspiel. Auch hatte man Gelegenheit die neuen Teamer/innen besser kennen zu lernen.


Spielerisch und durch das Miteinander Interkulturalität entdecken. Foto: Hamburger Sportjugend

Der Dienstag startete nach einem ausgiebigen Frühstück mit Workshop Angeboten der Teamer/innen. Das Oberthema Interkulturalität stand dabei im Fokus. Passend dazu gab es drei Angebote: Interkulturelles Training, Interkultureller Sport und Anti-Bias. Das interkulturelle Training bestand darin, sich Gedanken zu machen, ob es in unserem Leben interkulturellen Einfluss gibt und inwieweit Kommunikation eine Rolle im alltäglichem Leben spielt.

Hier wurden diese Schwerpunkte durch Partnerübungen und einem Theorieanteil verdeutlicht.

Beim interkulturellen Sport ging es um die zentrale Frage, wie es sich anfühlt in eine neue Gruppe zu kommen und sich dort integrieren zu müssen. Als Beispiel wurde eine Mannschaft im Sport gewählt. In der ersten Übung wurde jede/r Teilnehmer/in einzeln in einen Raum gerufen, eine Zahl wurde uns genannt, die wir jedoch nicht laut aussprechen durften. Nach Betreten des Raumes bestand ein allgemeines Redeverbot. Danach wurde uns eine abgetapte Taucherbrille aufgesetzt und wir mussten uns mit nonverbaler Kommunikation verständigen und eine logische Zahlenreihenfolge bilden. Dies stellte sich als schwierig heraus, da jeder eine unterschiedliche Kommunikationsweise entwickelte und dadurch Probleme entstanden. Durch diese Beispielübung wurde uns auf eindrucksvolle Weise das Gefühl eines von der Gruppe isolierten Menschen vermittelt. So konnte man sich besser in die Lage eines neuen Mitgliedes eines Teams hineinversetzen.

Beim Workshop Anti-Bias sollten wir den Wert und die Zugehörigkeit einer Gruppe bei uns selbst austesten, aber auch wertschätzen. Durch einen Gruppenbaum, in welchem man eintragen sollte zu welchen Gruppen man sich zählt, wurde dies veranschaulicht. In einer anderen Übung wurde an einem Fallbeispiel gezeigt, welchen Stellenwert menschliche Werte und Normen für einen selber haben.


Das Sportgelände in Trappenkamp. Foto: Hamburger Sportjugend

Nach einem schmackhaften Mittagessen ging es in die Sportpraxis. Mit den „Spielen aus aller Welt“ gab es einen Mix von Spielformen aus verschiedenen Ländern. Vom „Griechischen Wurfball“ bis zur „Chinesischen Mauer“ war alles vertreten - durch die Vielfalt und die Bewegung eine willkommene Abwechslung zum Vormittag. Außerdem wurden herkömmliche Spiele wie Abbacken durch kreativen Input neu entdeckt. So musste man in der griechischen Variante des Abbackens vorher durch die Beine eines eigenen Mitspielers einen Gegner abwerfen. Am Abend ging es zur Party der Superstars, mit dem Unterschied dass wir die nächsten Superstars werden sollten. Dabei sollten wir selber kreativ werden und eigene Texte schreiben, entweder konnte man die Texte anschließend rappen oder singen, das ganze selbstverständlich im Ton- und Videostudio. Für jeden Text, jedes Video und jeden aufgenommen Track gab es Punkte bzw. Schallplatten.  Nach der Auswertung schloss sich ein entspannter Abendabschluss an.

Am Mittwochvormittag stand die Reflexion des gesamten FWD auf dem Wochenplan. Die vier Stationen „Wasserwaage“, „Lichtermeer“, „Future- Chill Out“ und „Los Krachos“ sollten verdeutlichen, wie sich unser FWD in positiver und negativer Art und Weise auf uns ausgewirkt hat.  Am Nachmittag gab es eine Auswahl an Sportangeboten, welche aus  Gerätebrennball, Ultimate Frisbee, Räuber & Gendarm und Kickball bestanden.


Eine Pizzeria in Trappenkamp: Der Hinterhof als Schlafplatz. Foto: Hamburger Sportjugend

Am Mittwochabend wurde uns das erwartete Highlight präsentiert, das Spiel LOST. In diesem Survival Game ging es darum als Gruppe eine Nacht irgendwo unterzukommen, ausgestattet mit einem Schlafsack, einer Isomatte, Mülltüten und dem Personalausweis bzw. dem Freiwilligendienstausweis. Dabei haben die Gruppen unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Je nach Gruppengröße haben die Gruppen das Beste aus ihrer Situation gemacht. Letzten Endes hat jede Gruppe einen Übernachtungsplatz gefunden und sich den dort herrschenden Gegebenheiten angepasst. Erst um 07:00 Uhr morgens am darauffolgenden Donnerstag durften sich die Gruppen in der Landesturnschule wieder einfinden.

Passend dazu fand am Donnerstagmorgen eine Reflexionsrunde statt, in welcher zunächst die Gruppen ihre Erlebnisse geschildert haben und im Anschluss in  gemischte Gruppen mit den Teamer/innen den Sinn und Zweck des Spieles LOST analysiert haben. Die Ergebnisse waren größtenteils eindeutig: Durch dieses Spiel wurde verdeutlicht, welche Grundbedürfnisse selbstverständlich für uns erscheinen, allerdings unter den Bedingungen des Spieles erschwert bzw. nicht erreicht werden konnten.  Außerdem zeigte dieses Spiel, inwiefern die Offenheit und das Vertrauen der Menschen wichtig für den Ablauf des Spieles sind. Auch der Grad der Bemühung spielte eine wesentliche Rolle: je bessere Verhältnisse man angestrebt hat, desto besser konnte das Ergebnis ausfallen. Am Nachmittag fanden wieder vielfältige Sportangebote statt. Von „Capture the Flag“ bis hin zu „Hütchen Werfen“ über „Flagrugby“ war alles dabei. Somit wurde wieder ein abwechslungsreicher Ausgleich geschaffen. Im Anschluss wurde passend zum letzten Abend vor der Abfahrt gegrillt und sich unterhalten. Das Abendprogramm wurde abgerundet durch verschiedene altbekannte Spiele in Ralleyform – es galt die Stationen Stadt-Land-Fluss, Basketball, Pantomime und Mattenrutschen zu bewältigen. Somit endete der letzte Tag mit einem gelungenen Abschlussabend.

Am Freitag hieß es Abschied nehmen von Trappenkamp und auch von der Seminargruppe. Nach dem Aufräumen und dem letzten gemeinsamen Frühstück, gab es noch eine Reflexion zum kompletten Seminar, der Einrichtung der Landesturnschule in Trappenkamp, den Teamer/innen und dem Programm des Abschlussseminares. Dann  ging es für alle per Busreise nach Hause nach Hamburg.

Alles in allem war es ein  aufregender, emotionaler und rund um schöner FWD mit vielen verschiedenen Menschen und tollen Momenten.

Ein cooles Jahr geht hiermit dem Ende entgegen. An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an alle FWDler/innen und an alle Teamer/innen:)

Autoren: Jeffrey Schnoor, Jacqueline Holle, Alexandra Quenstedt



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