Erfahrungsbericht von Anna Steinmetz


Foto: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Anna Steinmetz absolviert ihr FSJ beim Schwimmclub Haßberge. Neben Schwimmunterricht und -training verantwortet sie weitere Freizeitaktivitäten vom Basteln bis zum Ponyreiten. "Bei den Kindern kommt sie an", lobt ihr Chef.

Anna Steinmetz aus Haßfurt verrichtet ihren Freiwilligendienst zumeist im oder zumindest am Wasser. Die 20-Jährige arbeitet seit Oktober des vergangenen Jahres, nach erfolgreich bestandenem Abitur, beim Schwimmclub (SC) Haßberge. "Ich wollte zum einen nicht gleich weiterlernen", begründet sie die einjährige Auszeit. Andererseits gab der Leistungskurs Sport, wo sie neben Volleyball viel mit Schwimmen zu tun hatte, den Ausschlag, erstmals für einen Sportverein in sinnvoller Art und Weise tätig zu sein.

Nachdem sie auf Grund ihres Engagements bei der Wasserwacht der Kreisstadt schon über reichlich Erfahrung im Umgang mit Kindern im kühlen Nass verfügt ("das hat mit immer viel Spaß gemacht"), bringt Anna nun zwei Mal wöchentlich zusammen mit Co-Trainerin Karina Unger Kindern im Schulschwimmbad "Die Welle" das richtige Kraulen oder Brustschwimmen bei: In einer Breitensportgruppe, zwei Sportarbeitsgemeinschafts-Gruppen und zusammen mit Ulrike Heusinger die Nachwuchsgruppe des SC. Mit Bademeister Alfred Junker ist sie noch in der Schwimmschule Zeil aktiv. Darüber hinaus kümmert(e) sie sich um allerlei Freizeitaktivitäten. In den Wintermonaten war vor allem Basteln angesagt, ebenso wie Spielen oder Töpfern. Jetzt, da es wieder wärmer ist, steht noch ein Zeltlager sowie Ponyreiten auf dem Programm. Und dennoch ist noch Zeit vorhanden für andere Arbeiten. Zwei Mal in der Woche - insgesamt neun Stunden - arbeitet die junge Frau im Haßfurter Bibliotheks- und Informationszentrum (BIZ). 38,5 Stunden sind für das FSJ vorgeschrieben, für den SC ist sie aber nur 29,5 Stunden tätig.

Trotz des mehr als ausgefüllten Tagesablaufes bieten sich Anna Steinmetz auch während der zwölf Monate genügend Chancen, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln, anderen Menschen zu begegnen, Gemeinschaft zu erfahren, die Gesellschaft mitzugestalten, soziale Berufsfelder kennen zu lernen sowie ihre persönliche Eignung für einen sozialen Beruf zu prüfen. Dass die 20-jährige überhaupt zum Schwimmclub kam, ist mit ein Verdienst von Martin Schulze-Röbbecke. "Anna, willst du nicht bei uns das FSJ machen?", fragte der SC-Vorsitzende, als er von den Plänen erfuhr. Zuvor hatte Anna Steinmetz ohne Erfolg Bewerbungen an potenzielle FSJ-Stellen nach Augsburg, Regensburg und München geschickt.

Reich wird Anna Steinmetz vom FSJ freilich nicht. 300 Euro monatlich sind nicht mehr als ein Taschengeld beziehungsweise eine vergleichsweise gute Aufwandsentschädigung. Immerhin ist sie während ihres Jahres beitragsfrei versichert in der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Außerdem besteht für die Eltern Anspruch auf Kindergeld. "Ich wohne ja noch zu Hause. Da kann ich mir trotzdem noch etwas ansparen", sagt sie. "Wenn ich dagegen nach Augsburg oder woanders hin gegangen wäre, hätte ich noch Wohnung und Essen zahlen müssen. Da hätte ich draufschlagen müssen."

Bereut hat sie ihre Entscheidung noch nicht, im Gegenteil. "Ich würde es wieder machen", lautet ihr positives (Zwischen-)fazit. Es mache "unheimlich Spaß, mit den Kindern zu arbeiten". Man sehe auch die Erfolge. "Es ist einfach gut, so etwas einmal zu machen", rät sie deshalb anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einem FSJ, wenn sie etwa nach dem Abitur nicht wissen, was sie machen sollen. Sehr angetan ist auch Schulze-Röbbecke, die Hilfe der FSJlerin habe sich bewährt. "Die Anna ist sehr tüchtig, kann mit Kinder umgehen. Manchmal", schmunzelt der Vorsitzende, "hat sie eine Art Feldwebelton an sich. Aber bei den Kindern kommt sie an. Und das ist ja da wichtigste". Dadurch, dass Anna Steinmetz mehr als nur ihre "Pflicht" erfüllt, sei sie im Grunde genommen immer die doppelte Besetzung. Wenn ihr Freiwilliges Soziales Jahr Mitte August zu Ende geht, ist der nach zuvor 13 Schuljahren am Ende gegen Null tendierende Leistungsakku wieder aufgeladen. Mit neuem Elan möchte die Haßfurterin dann Grundschullehramt mit Hauptfach Kunst oder Sonderschullehramt studieren. Ihre Zeit beim Schwimmclub sowie im BIZ und vor allem die gemachten positiven Erfahrungen wird sie indes nicht so schnell vergessen. Und der Schwimmclub Haßberge bietet nach den bisherigen äußerst positiven Erfahrungen auch für das Folgejahr eine FSJ-Stelle an.



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