Erfahrungsbericht von Laura Delfs

Hey, ich bin Laura, 20 Jahre alt und habe letztes Jahr die Möglichkeit genutzt, einen Bundesfreiwilligendienst im Sport im Pferdesportverband Schleswig-Holstein zu absolvieren. Anfangs konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, was mich genau erwarten wird, aber nachdem mein Jahr jetzt zu Ende ist, kann ich sagen, dass meine Erwartungen des FWDs weit übertroffen wurden.

Bereits zu Beginn meines Freiwilligendienstes standen einige Veranstaltungen auf dem Programm, wie zum Beispiel die Bundesjugendausschusssitzung in Rheinland-Pfalz, bei der ich mit einer Kollegin zusammen Schleswig Holsteins Jugendarbeit vorstellte und vertrat. Die Jugendarbeit der verschieden Bundesländer im Vergleich zu sehen und überhaupt an dieser Sitzung teilnehmen zu dürfen, war für mich etwas Besonderes. 

Darauf folgte bereits das erste Seminar der Sportjugend. Eine Woche lang jede Menge Spaß, interessante Lerneinheiten und so viele tolle Leute. Man lernt verschiedene neue Sportarten, gute SportlerInnen und einiges zum Sport im Allgemeinen kennen. Für mich ging es danach gleich weiter zum C-Trainer Seminar im Reiten-Leistungssport. Mit Pferd und allerhand Theoriebüchern gab es Unterricht in drei verschieden Disziplinen und dank der guten Vorbereitung während des Lehrgangs bestand ich meine Prüfungen und übertraf unerwartet den bundesweiten Durchschnitt. Dafür wurde ich später mit der Lütke-Westhues Auszeichnung geehrt.


Foto: Sportjugend Schleswig-Holstein

Mit dem Beginn des neuen Jahres standen drei weitere Großveranstaltungen des Pferdesportverbandes an. Der traditionelle Reiterball in Neumünster mit ca. 5000 Gästen, der Messestand auf der „Hansepferd“ in Hamburg sowie der Landesjugendtag. Bei der „Hansepferd“ gestaltete ich die Aktionsfläche für die jungen MessebesucherInnen. Ein Pferdequiz angelehnt an das Konzept der Sendung „eins, zwei oder drei“ war mein Mitmachprogramm für die Kinder, die viel Freude daran fanden. Es gab je drei verschiedene Antwortmöglichkeiten, die in Form von Fotos  an Lampen befestigt waren. Zur Auflösung der Frage hieß es jedes Mal: 'ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht an geht!' Beim Landesjugendtag gab es einen Workshoptag, mit dem Ziel, Jugendliche in die allgemeine Jugendarbeit im Verein mehr einzubinden und zu motivieren, sich zu engagieren. Ungefähr 70 TeilnehmerInnen und acht verschiedene Workshops umfassten die Veranstaltung.

Der Höhepunkt meines Jahres war allerdings mein Jahresprojekt: 'Zehnkampf-Spaß im Team'. Der Grundgedanke dabei war, für ein einen vielseitigen Mehrkampf ein Wochenende bestehend aus  fünf Disziplinen mit Pferd und fünf ohne Pferd zu entwickeln. Außerdem wollte ich unbedingt den Mannschaftssport fördern und richtete deshalb alle Wettbewerbe so aus, dass diese als Team absolviert werden mussten. Insgesamt kamen zwölf Mannschaften, wobei eine Mannschaft aus 4 TeilnehmerInnen (teilnahmeberechtigt waren alle JuniorInnen aus Schleswig-Holstein) bestanden. Da es zuvor noch keinen Zehnkampf dieser Art und Weise gab, musste ich alles genauestens planen. Zu den Disziplinen mit Pferd zählten: Jump and Drive, Mannschaftsdressur im Kostüm, Ringreiten, ein Geschicklichkeitsparcours und ein Spiel namens Hufeisen werfen. Zu den Disziplinen ohne Pferd zählten  2000m Crosslauf, Steckenpferdpolo, Voltigieren auf einem Holzpferd, ein Quiz und Mounted Games auf Fahrrädern. Erfreulicherweise stieß das Konzept des Zehnkampfs auf großen Zuspruch und alle Startplätze waren schnell vergeben. Mit 48 TeilnehmerInnen und zehn Disziplinen, bei denen jeder an jeder teilnimmt, war es insgesamt ein großer Wettkampf, doch dank all die tollen HelferInnen, die mich super unterstützt haben, war auch das kein Problem. 

Als die TeilnehmerInnen Samstagmorgen anreisten, schien die Sonne, alles war soweit vorbereitet und auch die Fanclubs waren bereit. Denn als Zusatzwettbewerb hatte ich eine besondere Auszeichnung für den besten Fanclub ausgeschrieben. Dieser Titel wurde von den motivierten Eltern, Freunden und ZuschauerInnen hart umkämpft. Von Trommelwirbel über Rasseln, Megafon, Plakate bis zu Kostümen war alles an Equipment dabei. Alle TeilnehmerInnen waren motiviert und mit Spaß dabei. Mit den selbstkreierten  Teamshirts war jedes Team eindeutig zu erkennen. Nicht nur bei den Teamoutfits bewiesen die TeilnehmerInnen Kreativität und großen Aufwand, sondern auch besonders bei der Choreografie des Voltigierens, den Kostümen und den Schlachtrufen. Mit immer näher rückender Siegerehrung fiel für mich die Anspannung, allerdings nicht bei den TeilnehmerInnen. Ich war super glücklich wie alles verlaufen ist und so vielen Mannschaften meine Idee vom Zehnkampf gefallen hat.

Dann kam schon das Abschlussseminar der Sportjugend, noch einmal das ganze Jahr Revue passieren lassen. Mir haben die Seminare mit der Sportjugend so viel Spaß gemacht und man konnte viel neues Wissen mitnehmen. Die Chance in einer Organisation zu arbeiten und schon Erfahrungen im Berufsleben sammeln zu können, ist so wertvoll und lohnenswert, die Möglichkeit eigene Projekte auf die Beine zu stellen oder die vielen Leute , die ich dadurch kennen gelernt habe. Für all diese Dinge bin ich so dankbar und sehr froh mich für ein Bundesfreiwilligendienst im Sport entschieden zu haben.

Sportjugend Schleswig-Holstein    



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