Warum sollte ein Sportverein einen Freiwilligendienst anbieten?


Die Einsatzstellen erhalten Unterstützung durch engagierte und motivierte junge Menschen, die das FSJ nach der Schule als willkommene Überbrückungs- und Orientierungszeit nutzen, um sich über ihre eigene weitere (berufliche) Lebensplanung Klarheit zu verschaffen und zugleich etwas "Sinnvolles" für die Gesellschaft und sich (Bildungsjahr) zu tun.

In vielen Vereinen gibt es Bedarf an qualifizierten Freiwilligen, die den Verein in Vollzeit unterstützen. Da die nötigen Mittel fehlen, um reguläre Vollzeitkräfte einzustellen, bleiben neue Projektideen liegen. Die Angebote für Kinder und Jugendliche können nicht ausgebaut und optimiert werden. Freiwillige können helfen – und arbeiten engagiert und begeistert mit.


Wer kann Einsatzstelle werden?


Entscheidend dafür, dass Einsatzstellen für den Freiwilligendienst im Sport anerkannt werden, ist ein passender Aufgabenbereich. Einrichtungen müssen gemeinnützig oder gemeinwohlorientiert sein. Sportvereine und Sportverbände, die Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit anbieten, können bundesweit die Einsatzstellenanerkennung beantragen. Je nach Bundesland können auch Schulen, Kindergärten oder andere Einrichtungen, die Freiwillige im sportlichen Bereich einsetzen, selbst zur Einsatzstelle werden.

Als Einsatzstellen im Sport kommen somit Vereine und Sporteinrichtungen in Frage, die regelmäßig Spiel-, Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche organisieren, wie z. B. Sportvereine, Sportverbände, Jugendferiendörfer, Bewegungskindergärten, Sportschulen und Sportbildungseinrichtungen, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. Die Aufgaben und Tätigkeiten liegen z. B. in der Mitarbeit bei der Vereins- oder Verbandsarbeit, bei Spielfesten oder Sportschnupperveranstaltungen, in Ferienfreizeiten oder Ferienspielen, bei Abenteuersportaktionen oder bei Skatertreffs, beim Eltern-Kind-Turnen oder in anderen interessanten Arbeitsfeldern im Sport.


Qualitätsstandards


Die Qualitätsstandards der Freiwilligendienste im Sport und des jeweiligen Trägers bilden die Grundlage für eine Kooperation zwischen Einsatzstelle und Träger.

Sie berücksichtigen die Interessen und Bedürfnisse von Freiwilligen, Einsatzstellen und Trägern. Der Einsatz von Freiwilligen muss arbeitsmarktneutral gestaltet sein. Das heißt, dass Freiwillige die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen unterstützen, aber keine Fachkräfte ersetzen. Eine Tätigkeitsbeschreibung, die vorher ausgearbeitet und vom Träger geprüft wird, definiert klar den Arbeitsbereich im Freiwilligendienst. Bei den Tätigkeiten ist wichtig, dass sie den individuellen Fähigkeiten der Freiwilligen entsprechen. Die Freiwilligen in das jeweilige Team einzubinden und sie an Teambesprechungen partizipieren zu lassen, ist selbstverständlich und ein Zeichen von Wertschätzung.


Anleitung und Betreuung im Freiwilligendienst


Die Einsatzstellen gewährleisten eine persönliche und fachliche Begleitung der Freiwilligen. Eine Fachkraft übernimmt die Rolle der Anleiter*in bzw. Mentor*in, welche die Freiwilligen betreut und begleitet.


Bildungstage und Seminare


Die Freiwilligen erwerben im Laufe ihres Dienstes zumeist einen Übungsleiterschein, häufig auch eine Jugendleiterlizenz o. ä. Diese Zuständigkeit hierfür liegt beim Träger. Diese Ausbildung erlaubt einen qualifizierten Einsatz in der Betreuung von Gruppen. Damit bietet das FSJ im Sport dem Verein eine gute Möglichkeit der Personalgewinnung und -qualifizierung für die wachsenden Aufgaben der Kinder- und Jugendbetreuung. Erfahrungsgemäß bleibt die Bindung an den Verein nach Ablauf des FSJ bestehen - und ehemalige FSJler*innen sind viel eher bereit, sich auch in späteren Jahren ehrenamtlich im Verein zu engagieren als andere Jugendliche.


Dauer, Bürokratie, Kosten


Das FSJ beginnt in der Regel am 1. September jeden Jahres. Es dauert mindestens sechs und maximal 18 Monate. Während des Freiwilligen Sozialen Jahres besteht Anspruch auf eine gewisse Anzahl an Urlaubstagen sowie 25 Bildungstage. Alle bürokratischen Formalitäten übernimmt der zuständige Träger, zumeist die Landessportjugend. Die Einsatzstelle beteiligt sich an den entstehenden Kosten.


Wenn Sie in Ihrem Verein oder Verband einen FSJ-Platz schaffen wollen, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Ansprechpartner*innen in Ihrem Bundesland. Alle Adressen finden Sie hier.


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